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Blick über den Tellerrand: Impulse vom feratel DigitalKongress 2022

Quelle: Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH

Die Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH (RPT) war am 06.07.2022 zu Besuch beim ersten feratel DigitalKongress in Lenggries.  Destinationsmanager und – vermarkter, technische Dienstleister, Vertriebsplattformen, Berater und Serviceanbieter aus der DACH-Region trafen sich dort, um sich zu ausgewählten Themen der Digitalisierung des Tourismus auszutauschen. Spannend war insbesondere die Kombination aus Impulsvorträgen gefolgt von Good Practice-Beispielen mit anschließender offener Diskussionsrunde.

Nach einem kurzen Impuls von Benjamin Buhl (netzvitamine GmbH) zum Status Quo der Nutzung von digitalen Tools im Tourismus standen drei Themen im Fokus:

1. Mehr Erfolg im Vertrieb: Wie man Online-Buchbarkeit weiter optimieren kann

  • Bianca Spaltenholz (Spaltenholz Hotelkompetenz GmbH & Co. KG) plädierte dafür, nicht nur möglichst viele Buchungen generieren zu wollen, sondern möglichst viele Buchungen zum bestmöglichen Preis. Dynamic Pricing (Tagespreise) mit Yield- und Revenue-Management-Tools bieten hier vielfältige Möglichkeiten. Dazu muss man sowohl die Nachfrage als auch den Bedarf seiner Gäste kennen und verstehen, sodass man sich dann an die Preisbereitschaft der Gäste “herantasten” kann. Essenziell ist dabei, dass die Wertigkeit der Produkte in allen Phasen der Buchung transparent kommuniziert wird, ähnlich wie wir das als Konsumenten von Flugtickets kennen.
  • Für Thies Jahn (Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording) sind die Mitarbeitenden einer DMO sowie der enge Kontakt zu Betrieben und Leistungsträgern der Schlüssel zu einer besseren Produkt- und Datenqualität und damit auch zu einer besseren Onlinebuchbarkeit. Mitarbeitende brauchen nicht nur Know-How und technische Systeme, sondern vor allem auch Lust auf die Betreuung mit Gastgebern und Freude am Vertrieb. In Zeiten fehlender Fachkräfte appelliert er, sich “einfach mal zu trauen und anzufangen”, um dann Stück für Stück wachsen zu können.
  • Jochen Karl von feratel weist darauf hin, dass das System Deskline® den DMOs diverse Tools für das Management bietet (z. B. Reports oder das Qbit Data Studio); Betriebe haben darüber hinaus auch die Möglichkeit, ihre Preise im System über einen Revenuemanager zu steuern.

 

2. Smartphone als Reisebegleiter: Wie dem Gast während der Reise individuell passende Infos angeboten werden können

  • Für Matthias Wendorf (wiif GmbH) sind vor allem digitale Gästekarten ein Schlüssel für die Destination, um mehr Wertschöpfung und einen besseren Service für Gäste anbieten zu können. Am besten funktioniert das, wenn die Leistungen so einfach wie möglich gestaltet und kostenlos sind. Über die Gästekarten lernen DMOs die Vorlieben und das Reiseverhalten ihrer Gäste besser kennen, so dass auf dieser Grundlage zum Beispiel über buchbare Erlebnisse zusätzlicher Umsatz (Upselling) generiert werden kann – das bringt die DMO näher an ihre Gäste und die Leistungsanbieter vor Ort.
  • Für Stefanie Gräber (Bad Salzuflen) war die Einführung ihrer digitalen Gästekarte ein Digitalisierungsbooster, der ihre Produkt-, Content- und Servicequalität radikal verbessert hat. Da ihre Karte auch für Einheimische verfügbar ist, positioniert sich die DMO als Lebensraumgestalter und das Bewusstsein für die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus wächst.
  • Mike Mohr von feratel ergänzt, dass das gesammelte Wissen über die Nutzer und Gäste über eine Schnittstelle in das Customer Relationship Management Tool (CRM) NumBirds importiert und im Anschluss ausgewertet werden kann. In Kombination mit der Personal Web App (PWA) lassen sich Gäste auf ihrem Smartphone mit Angeboten ansprechen, die gezielt auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten wurden. feratel bietet dazu den Personal Interest Assistant (PIA) an.

 

3. Erlebnisse als Reisegrund: Wie wir Erlebnisse bündeln, online buchbar machen und in den Vertrieb bringen können

  • Buchbare Angebote werden als strategisches Schlüsselthema der Digitalisierung der Freizeit für Gäste und zur Lebensraumentwicklung für Einheimische betrachtet. Sie sind für den Tourismus die Grundlage für die Steigerung der Wertschöpfung bei Übernachtungs- und Tagesgästen.
  • Elisabeth Hörtnagel (booking.com) stellte vor, wie sich in der App von booking.com über connected trips ganze Reisen inklusive Attraktionen buchen lassen. Für sie sind lokale Erlebnisse, Erfahrungen und Begegnungen neben dem Wetter bzw. dem Klima am Urlaubsort und dem Preis der zentrale Grund für Reiseentscheidungen; diese Nachfrage möchte man über buchbare Erlebnisse bedienen. Allerdings sind derzeit nur buchbare Erlebnisse der Kooperationspartner Musement und Viator angebunden – Schnittstellen zu den Destinationsmanagement-Systemen der DMOs sind derzeit nicht geplant.
  • Magdalena Lexa (Online Buchungs-Service OBS) und Michael Braun (TV Ostbayern) stellten vor, wie sie Erlebnisse künftig online buchbar machen wollen – basierend auf ihrer erfolgreichen Lösung für Unterkunftsbetriebe. Buchbare Erlebnisse der DMOs sollen in Deskline® mit den Erlebnissen von Portalen wie bookingkit und regiondo zusammengeführt werden, um mehr Reichweite und Buchungen zu generieren. Auch der Vertrieb über weitere Portale steht auf der Roadmap, bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg. Die OBS bietet hier als Agentur einen Rundum-Service an, da es für einzelne DMOs aufgrund der Provisionseinnahmen schwierig ist, dies selbst wirtschaftlich umzusetzen. Sie sehen dies als strategisches Projekt im Rahmen der Digitalisierung der Freizeit und Lebensraumentwicklung, welche die Zusammenarbeit der touristischen Partner und die Akzeptanz der Einheimischen verbessert.
  • Bernhard Taurer (feratel) geht davon aus, dass der Erlebnis-Markt sich ähnlich entwickeln wird wie der Vertrieb von Unterkünften. Erlebnisse  der DMOs werden aus Deskline® heraus über Portale von Erlebnisanbietern mit mehr Reichweite und Buchungen versehen. Umgekehrt bündeln die DMOs die Erlebnisse der Portale in Deskline® und bringen sie in den regionalen Vertrieb, um sie für die Steigerung der Wertschöpfung und einen besseren Gäste-Service zu nutzen. Die Import-Schnittstelle für bookingkit steht bereits, für regiondo soll sie zeitnah umgesetzt werden. Für den Vertrieb von Deskline®-Erlebnissen über Erlebnis-Portale fehlen derzeit jedoch die technischen Voraussetzungen.

Unser Fazit:

  • Der Blick über den eigenen Tellerrand ist sinnvoll und liefert inspirierende Impulse.
  • Die Rahmenbedingungen auf jeder touristischen Ebene sind unterschiedlich; eine Blaupause gibt es nicht. Es gibt jedoch vielfältige Möglichkeiten der Orientierung.
  • Loslegen und machen ist immer besser als Warten.


Autor: Yves Loris
Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH · Leiter Online-Marketing
loris@rlp-tourismus.de · Telefon: +49 (0)261/91520-32 · Telefax: +49 (0)261/91520-40
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