Den Deutschlandtourismus und seine Wirtschaftskraft sichern – die Branche braucht eine Perspektive für den Neustart

23. April 2020
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Der Deutschlandtourismus gehört zu den am stärksten betroffenen Branchen der Corona-Krise – und wird noch sehr lange mit den Folgen zu kämpfen haben. Gerade deswegen braucht der Deutschlandtourismus jetzt eine Perspektive.

„Der Deutschlandtourismus ist nicht nur Arbeitgeber für fast 3 Millionen Menschen, er ist auch eine sehr leistungsfähige Branche. Umso ärgerlicher ist es, wenn der zuständige Bundeswirtschaftsminister dies nicht erkennt“, sagt Reinhard Meyer, Präsident des Deutschen Tourismusverbandes (DTV).

Das trifft nicht nur zehntausende Vermieter von Ferienwohnungen im Nebenerwerb, Bootsverleiher oder Gästeführer, es fehlt nach all diesen Wochen auch immer noch die dringend notwendige Mittelstandsförderung des Bundes.

„Besondere Herausforderungen brauchen auch besondere Lösungen“, ergänzt Reinhard Meyer. Der DTV fordert von der Bundesregierung deshalb:

  • einen klaren Zeitplan bzw. ein Phasenmodell für die Lockerung der bestehenden Einschränkungen, verbunden mit klaren Vorgaben für den Neustart des Deutschlandtourismus,
  • einen „Rettungsschirm Deutschlandtourismus“ des Bundes für alle Betriebe bis 250 Mitarbeiter,
  • öffentliche Investitionen in die touristische Infrastruktur.

Der DTV erarbeitete hierzu ein Papier für den Neustart des Deutschlandtourismus. Es versteht sich als Beitrag zur Existenzsicherung des Deutschlandtourismus und steht den politischen Akteuren auf allen Ebenen zur Verfügung stehen. Es ist essenziell diesen Neustart jetzt vorzubereiten, damit die Branche umgehend starten kann, wenn die Medizin grünes Licht für Lockerungen gibt.

Im Perspektivpapier für einen bundesweit einheitlichen Neustart beschreibt der DTV die erste Phase, sobald die Politik grünes Licht für erste Lockerungen gibt. Basis sollen bundeseinheitliche Grundsätze sein, zu denen Schutz- udn Hygienepläne, die Sicherung des Mindestabstands sowie die Besucher- und Kundenlenkung gehören.

 

Fehlende Hilfen vom Bund: Viele Ferienunterkünfte vor dem Aus

Vielen Ferienwohnungen und Ferienhäusern in Deutschland droht das Aus, wenn der Bund die Verlängerung des touristischen Übernachtungsverbots nicht mit passenden Hilfen flankiert. Das ergab eine Online-Umfrage des Deutschen Tourismusverbandes (DTV), an der mehr als 9.000 Gastgeber teilnahmen. Knapp 54 Prozent der Befragten gaben an, ab Ende Juni den Betrieb nicht mehr fortführen zu können.

„Gerade die zehntausenden kleinen Anbieter von Ferienunterkünften fallen nach wie vor durch das Hilfsnetz des Bundes. Auch sie müssen endlich Zugang zu Liquiditätshilfen und Zuschüssen erhalten, wenn ihre wirtschaftliche Existenz bedroht ist – egal, ob sie im Nebenerwerb vermieten. Andernfalls wird das Angebot für Ferienhausurlaub in Deutschland dramatisch schrumpfen“, erklärt DTV-Geschäftsführer Norbert Kunz.

„Viele Anbieter nutzen die Vermietung, um für das Alter vorzusorgen oder um etwas für den Lebensunterhalt hinzuzuverdienen. Laufende Kredite, die für den Kauf oder die Renovierung der Ferienunterkünfte aufgenommen wurden, müssen trotz Übernachtungsverbot getilgt werden. Während diese Kreditlasten weiter auflaufen, besteht aktuell kein Zugang zu den Soforthilfen des Bundes für Kleinstunternehmen und Soloselbständige“, so Kunz. „Hier muss dringend nachjustiert werden, andernfalls verschwinden viele Unterkünfte vom Markt, die nach der Krise wieder Urlauber beherbergen sollen.“

Quelle: Pressemitteilungen des DTV vom 21./23.04.2020


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