Jahresbilanz 2018: Rheinland-Pfalz-Tourismus erneut mit Nachfrageplus

1. März 2019

380.000 mehr Gästeübernachtungen in Rheinland-Pfalz

Erfolgreiches Jahr für den Tourismus in Rheinland-Pfalz: Die rund 3.400 gewerblichen Beherbergungsbetriebe (ohne Privatvermieter) erreichten mit 22,6 Mio. Übernachtungen eine neue Bestmarke. Mit einem Übernachtungszuwachs von 1,5 % gegenüber dem Vorjahr erreichte das Bundesland das fünfte Jahr in Folge ein Nachfrageplus. Wie in den letzten Jahren war auch 2018 der Inlandstourismus (+1,8 %) die treibende Kraft. Aber auch die Auslandsnachfrage (+1,3 %) zog nach einem leichten Vorjahresminus wieder an. Hinter dem Küstenbundesland Schleswig-Holstein (u.a. Statistikeffekt durch Berichtskreisprüfung; ohne diese Effekte läge die dortige Wachstumsrate bei 4 bis 5 %) platzieren sich die drei Stadtstaaten Bremen, Berlin und Hamburg mit jeweils Entwicklungsraten von über 5 %. Dahinter folgt Bayern mit ebenfalls überdurchschnittlichem Übernachtungswachstum. Rheinland-Pfalz belegte im Dynamikranking einen Platz im hinteren Mittelfeld.

Die Gästezahl in Rheinland-Pfalz entwickelte sich mit 1,9 % leicht positiver als die Übernachtungszahl. Damit konnte das Bundesland 2018 9,0 Mio. Gäste begrüßen. Auf ähnlichem Niveau stieg die Zahl der Gäste aus dem Ausland (+2,1 %). Noch nicht mit berücksichtigt sind hier die rund 900.000 Gäste bzw. rund drei Millionen Übernachtungen in Privatquartieren, in den anderen Bundesländern jedoch nicht von der amtlichen Statistik ausgewiesen werden.

Das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz berücksichtigt im Gegensatz zu vielen anderen Bundesländern in seiner Berichterstattung Privatzimmervermieter und gewerbliche Kleinbetriebe mit weniger als zehn Betten. Das Statistische Bundesamt sowie alle anderen Statistischen Landesämter weisen die Ankünfte und Übernachtungen in Betrieben mit zehn und mehr Betten (sog. gewerblichen Betrieben) aus. Damit Vergleiche auf Bundesebene möglich sind, werden für das Landesergebnis von Rheinland-Pfalz nur die Betriebe ab zehn Betten (ohne Privatvermieter) einbezogen. Auf kleinräumiger Ebene (Regionen, Städte, Auslandsmärkte) sind die Daten inkl. Privatvermieter.

Nach einem dynamischen Jahresbeginn in den Wintermonaten Januar (+4,6 %) und Februar (+3,8 %) blieb die Nachfrage in den Sommermonaten Juli und August immerhin konstant. Hier profitierten andere Bundesländer, wie beispielsweise die Küstenbundesländer, stärker vom Rekordsommer. Auch die Nachfrage in den Herbst- und Wintermonaten blieb stabil auf dem hohen Vorjahresniveau.

Die Aufenthaltsdauer lag in Rheinland-Pfalz wie in den letzten Jahren 2018 bei 2,5 Tagen. Das Bundesland befand sich damit hinter den Küstenbundesländern, die deutlich höhere Aufenthaltsdauern aufweisen. Geringere Aufenthaltsdauern haben Bundesländer wie Hessen, Nordrhein-Westfalen sowie die Stadtstaaten auf, die stark durch den Städtetourismus geprägt sind.

Der klare Wachstumstreiber waren 2018 die Camping- und Reisemobilplätze mit einem Übernachtungsplus von 8,2 %. Besonders die Sommermonate sorgten für hohe Wachstumsraten gegenüber dem witterungstechnisch eher schwächeren Campingsommer 2017. Ebenfalls deutlich oberhalb des Landesdurchschnitts entwickelten sich die Hotels garnis (+6,6 %), die damit ihren Wachstumskurs fortsetzen.

Während die Zahl der geöffneten gewerblichen Beherbergungsbetriebe (ohne Privatvermieter, Stand Juli) leicht sank, blieb die Zahl der angebotenen Schlafgelegenheiten konstant. Erfreulich: Die durchschnittliche Auslastung (ohne Privatvermieter) erreichte mit 30,6 % einen neuen Höchststand und kletterte gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte. Allerdings liegt das Bundesland damit nach wie vor am hinteren Ende des Bundesländerrankings.

Nur vier der neun Regionen erzielten 2018 Übernachtungszuwächse. Allen voran die Pfalz (+4,6 %), die 2018 ihren Wachstumstrend fortsetzte. Ähnliches gilt auch für das Rheintal, das sein Übernachtungsvolumen mit einem Plus von 2,0 % weiter steigerte. Die volumenstärkste Region Mosel-Saar erreichte 2018 nach einer kurzen Verschnaufpause im Vorjahr mit einem Übernachtungsplus von 3,6 % das zweithöchste Entwicklungsniveau des Bundeslands. Naheland und Hunsrück zählen wie bereits im Vorjahr zu den Verlierern. Im Naheland waren die Verluste mit -8,7 % besonders deutlich. Die anderen Regionen hingegen verloren nur leicht.

 

Wissenschaftliche Beratung:
dwif-Consulting GmbH
Anja Schröder, Karsten Heinsohn


Autorin: Anja Wendling
Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH · Stellv. Geschäftsführerin/Marketingleiterin
wendling@gastlandschaften.de · Telefon: +49 261 9152021 · Telefax: +49 261 915206121
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