31. Januar 2018

Was die Branche bewegt – zwei Tage intensiver Austausch und Diskussion auf dem Tourismuscamp 2018

Über 150 Touristiker aus Deutschland, Österreich und Schweiz stellten sich am vergangenen Wochenende zum 11. Tourismuscamp, welches in diesem Jahr in Berchtesgaden stattfand, wieder den verschiedensten Themen.

Schon bei der Sessionplanung wird deutlich, dass Themen wie „Instagram“ oder „Bloggerrelation“ heute in den Hintergrund treten. Statt dessen finden Themen wie „Besetzung des Vorsitz des Tourismusausschusses Deutschen Bundestages“, „Open Data“, „Blockchain“ , „Marken im Tourismus“ uvm. Eingang in die Sessions.

Crux ist: es laufen immer drei/vier Sessions parallel, so dass man sich entscheiden muss. Die interessanten Themen lassen sich jedoch gut parallel per Twitter unter dem Hashtag #tcamp18 mitverfolgen und man kann sich auch über Twitter schließlich zu den anderen Themen mit einbringen.

Das Thema „Vorsitz des Tourismusausschusses des Deutschen Bundestages“ veranlasste uns, dass wir schließlich in zwei Sessions zum Thema „Werte“, „Stellung beziehen“, „Kommunikation/Dialog“ diskutierten.
Die Aufgaben des Tourismusausschusses werden auf deren Seite wie folgt beschrieben: „Deutschland ist ein Land voller touristischer Highlights. Beeindruckende Landschaften, Großstädte, Ballungsräume, Küsten, Berge, Flüsse, Seen – unser Land zeichnet eine große Vielfalt aus. So verwundert es nicht, dass der Urlaub vor der eigenen Haustür immer beliebter wird und auch ausländische Gäste gerne ihre Ferien bei uns verbringen. Der Tourismus trägt damit entscheidend zum Bild Deutschlands in der Welt bei und ist als wichtiger Arbeitgeber und Wirtschaftsmotor eine echte Zukunftsbranche. Der Tourismusausschuss spiegelt diese Bedeutung wider. Er setzt sich für gute touristische Rahmenbedingungen ein und macht sich für das rechtzeitige Erkennen und Vermarkten globaler Trends stark.“ (Quelle: https://www.bundestag.de/tourismus).

Die aktuelle Besetzung des Vorsitzes dieses Tourismusausschusses veranlasst die Branche, Stellung zu beziehen. Und klar und deutlich aufzuzeigen, für welche Werte sie steht. Nämlich für
Weltoffenheit!
Willkommenskultur!
Gastfreundschaft!
Interesse an anderen Kulturen!
Tolerantes Miteinander!
Vielfalt!
Begegnung!
Aufeinander zugehen!

Und diese Werte bedeuten gleichzeitig: andere nicht ausgrenzen! Sich dem Dialog stellen!

Dialog: Bedeutet das nun für das touristische Marketing, dass wir auch z.B. die Bildsprache verändern, Menschen mit Migrationshintergrund explizit mit abbilden o.ä.? Oder ist es bereits schon „Ausgrenzen“, dass wir uns überhaupt eine solche Frage stellen und diskutieren?

Toleranz und Aufeinander zugehen gehört auch in unsere tägliche Arbeit im Umgang der Akteure im Tourismus miteinander – über alle Ebenen, horizontal wie vertikal, von der Landesmarketing-/mangementorganisation bis zur Leistungsträgerebene! Um auch hier mit einer Stimme sprechen zu können und auf ein gemeinsames Ziel einzuzahlen, nämlich den Stellenwert des Tourismus deutlich aufzeigen und die Rahmenbedingungen für den Tourismus zu verbessern. Hierzu gehört natürlich auch ein kritisches und konstruktives Hinterfragen der Zuständigkeiten, der Aufgaben etc., um gemeinsam zu Lösungen, Synergien, Aufgabenteilung zu gelangen.

Und da können auch neue Unternehmensformen spannend sein: Wie funktioniert ein agiles Unternehmen, wie es z.B. Tourismuszukunft praktiziert oder Ostfriesland, der Publikumspreisgewinner des Deutschen Tourismuspreises 2017. Alleine nur neue Instrumente wie Kanban- oder Scrum-Boards einzusetzen, reicht nicht aus. Auch die Unternehmenskultur, gelebt von den Menschen im Unternehmen, muss sich entsprechend ändern, damit solche Instrumente effizient eingesetzt werden können.

Auch werden in den verschiedenen Sessions ganz konkrete Maßnahmen vorgestellt und diskutiert. Wie z.B. die Wolfenbüttel-App, welche mit einer ideenreichen Oma-Enkel-Geschichte die Werke des Dichters Gotthold Ephraim Lessing den Besuchern der Stadt näher bringt und welche offline-online-Stadtführungen verknüpft. Weitere Überlegungen stehen nun an, wie man diese App mit touristischen Inhalten anreichert, Schulen anspricht, Mehrwerte für die Leistungsträger schafft. Dass freies W-Lan in der gesamten Innenstadt angeboten wird, muss nicht explizit betont werden, sondern stellt eine Selbstverständlichkeit dar. Als Indikator zur Erfolgsmessung zieht man die App-Downloadzahlen im Verhältnis zur Einwohnerzahl heran. Als Vergleichswert bezieht man sich auf eine Bacherlorarbeit, nach welcher der Durchschnittswert bei 10% liegt und an dem man sich orientieren kann.

Weitere Sessions des 11. Tourismuscamps sind hier bereits verbloggt:
Markenentwicklung für Destinationen – braucht jeder Ort eine Marke? (Tanja Brunnhuber)
“Alle” ist keine Zielgruppe – erfolgreiches Influencer-Marketing (Jochen Hencke)
Echter Content. Wo soll der herkommen (Kristine Honig)
Open Data – PreEvent Sketchnote (Beate Mader)
Sketchnotes (Beate Mader) zu den Themen:
a. Mehr “Warum” und weniger “Was”. Identität in der Differenzierung statt im Produkt.
b. Datenschutzgrundverordnung
c. “Alle” ist keine Zielgruppe
d. Echter Content – regionale Geschichten im Social Web
e. Digitale Kommunikationsstrategie
Sketchnotes (Beate Mader) zu den Themen:
a. Mobile Videoproduktion
b. Visual Storytelling am Beispiel von Wolfenbüttel “Lessing lebt”
Open Data im Toursimus (Outdooractive)
Vlog (Greg Snell)
Rückblick Tourismuscamp (Tourismuszukunft)

Gerne laden wir Sie ein, im Rahmen des Barcamps Tourismusnetzwerk Rheinland-Pfalz am 19./20. April 2018 weiter zu diskutieren, Ihre Themen, die Sie beschäftigen, in den Ring zu werfen! Hier geht’s direkt zur Anmeldung.
Und sollte Ihre Kategorie schon ausgebucht sein: unbedingt auf die Warteliste eintragen!




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Autor(in)

Anja Wendling
Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH