31. Juli 2012

Veranstaltungen – Sommerreise 2012

Vom 9. bis 20. Juli war Wirtschaftsministerin Eveline Lemke auf Sommerreise durch Rheinland-Pfalz. Auf zahlreichen touristischen Ausflügen lernte sie Land und Leute noch besser kennen: „Die touristischen Programmpunkte meiner Tour haben mich einmal mehr überzeugt, dass Rheinland-Pfalz als Ferienland sehr attraktiv ist. Wir haben so viel Unterschiedliches zu bieten! Steigende Gästezahlen belohnen Servicequalitäten und Tatkraft von Kommunen, Regionen und touristischen Betrieben, die für unsere Gäste da sind“, zieht die Ministerin Bilanz. Heute ist der Tourismus mit etwa 190.000 Arbeitsplätzen einer der bedeutendsten Wirtschaftssektoren in Rheinland-Pfalz. Mit einem Umsatz von 7,6 Mrd. Euro trägt er wesentlich zur Wirtschaftskraft des Landes bei. In den vergangenen Jahren hat sich der rheinland-pfälzische Tourismus auf hohem Niveau etabliert. Im Jahr 2011 besuchten fast 8,4  Mio. Gäste mit über 22,6 Mio. Übernachtungen die touristischen Regionen des Landes.

Die Tourismusstrategie 2015 konzentriert sich auf die landesweit chancenreichsten Themen Wandern, Radwandern, Wein und Weinkulturlandschaft, Gesundheitstourismus und als Basisthema Kultur. Mit der Fortschreibung der Tourismusstrategie wird in Umsetzung der Koalitionsvereinbarung die Verpflichtung zur Nachhaltigkeit festgelegt, sie umfasst die Umsetzung eines ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltigen Tourismus. Darüber hinaus sollen regionale Identität, Kultur und Natur als Schlüssel für Profilierung und Wertschöpfung eingebunden werden.

Auf ihrer Sommerreise durch die touristischen Regionen des Landes zeigte sich Ministerin Lemke beeindruckt von der Bundesfachschule für Lebensmittelhandel in Neuwied, die Europas erstes Supermarkt-Hotel – das Food Hotel – betreibt. Hier werden auch Einzelhändler ausgebildet, es gibt hier beispielsweise einen 800 Quadratmater großen Lehr- und Mustermarkt. Am Kanuverleih Dirk Wolff, Urenkel der Gründerin des Bootsverleihs, ging sie dann auf der Lahn auf Kanutour. „Für die Lahn ist das Thema „Wasserwandern“ ein wesentlicher Schwerpunkt des touristischen Angebots und prägt wesentlich das Image der Lahn“, sagte die für Tourismus zuständige Ministerin. Den Abschluss der Kanutour beging sie mit den Lahnwinzern: An der Lahn wird seit dem 13. Jahrhundert Wein angebaut. Im 19. Jahrhundert, den besten Zeiten, zogen sich 100 Hektar Weinbergsfläche von Limburg bis Lahnstein am Fluss entlang. Heute bewirtschaften 5 Winzer des Winzervereins noch 7 Hektar.

Matzenbach, seit 2002 anerkannte Fremdenverkehrsgemeinde und am Glan-Blies-Radweg gelegen, war eine weitere Station der Sommerreise. „Der Landkreis Kusel hat viel touristisches Potential, es gibt Interessantes zu entdecken“, vermerkt die Ministerin und verweist auf das Solar-Freibad, die Gimsbacher Kirche von 1747, das Matzenbacher Schulhaus mit Glockenturm und den treppenförmigen Waschplatz am Glanufer. Lemke besuchte auch den 3D-Bogensport-Parcours und besichtigte den Wohnturm Matzenbach mit Ferienwohnungen der besonderen Art. In einem 35.000 Quadratmeter großen Privatgarten liegt „Menschels Vitalresort“ in Bad Sobernheim. Das Bio-Hotel steht für Gesundheitstourismus mit Wellnessfaktor.

Im Waldkletterpark Bad Neuenahr-Ahrweiler sind mehr als 60 Kletterstationen zu einem Parcours verbunden. Lemke: „22 der Stationen sind allein für die Kinder da. Bewegung macht Spaß, hier darf man sich ins Wald-Abenteuer stürzen. Die Ahr ist eine Ferienregion für die ganze Familie.“ Hauptattraktion ist eine deutschlandweit einmalige 450 Meter lange Seilbahn.

Nach der Führung durch die Dokumentationsstätte Regierungsbunker in Bad Neuenahr-Ahrweiler kehrte die Ministerin zur Winzervesper in der Straußwirtschaft Pauly in Dernau im Weingut Burg Adenbach ein. Was eine „Therapeutische Landschaft“ ausmacht, wollte die Wirtschaftsministerin selbst erproben, als sie sich im Gesundland Vulkaneifel mit einer Venentrainerin zum „Venenwalking“ am Maar entlang bis Schalkenmehren aufmachte. Lemke machte zudem in „Michels Landidyll-Wohlfühlhotel“ Station.

Das Familien-Hotel Hochwald in Horath (Hunsrück) ist eine von 120 anerkannten Familien-Ferienstätten in Deutschland und verfügt über 150 Betten. „Dieser Vorzeigeeinrichtung der Familienerholung gelingt es, die Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und Gemeinnützigkeit auf hohem Niveau zu realisieren“, betonte Lemke. Zum Wandern ging es auf die alpin anmutende Etappe des Rheinsteigs zwischen Nochern und St. Goarshausen (Rhein-Lahn-Kreis). Ministerin Lemke kletterte den 500 Meter langen Steig entlang an Stahlseilen, durch ehemalige Weinlagen, über Felsen, senkrechte Leitern bis auf die Felsnase des Rabenack mit wunderschönem Ausblick in das Rheintal mit der Burg Rheinfels und der Stadt St. Goarshausen.

In der idyllischen Hügellandschaft am Fluss Glan, mit Blick auf den Disibodenberg liegt die historische Bannmühle in Odernheim aus dem Jahr 1890. Heute ist es ein Öko-Bauernhof mit Obstanbau, Kelterei und Glanrindern in schöner Umgebung am Fluss Glan. Anschließend folgte eine Wanderung mit zwei von drei „Siefersheimer Kräuterhexen“, Christine Moebus und Martina Schmitt – ausgebildeten Kräuterführerinnen. Lemke: „Brennnessel, Quecke, Löwenzahn und Co. sind keine Unkräuter, sondern wertvolle Vitamin- und Mineralstoff-Spender, die viel zu lange ein Schattendasein führten. Die moderne Ernährungswissenschaft hat diese Schätze der Natur wieder entdeckt. Die Kräuterhexen machen auf einzigartige Weise altes Wissen zugänglich.“ Am Abend besuchte Ministerin Lemke die Proben der Wormser Nibelungen-Festspiele „Das Vermögen des Herrn Süß“ und traf dort Regisseur Dieter Wedel.

Wirtschaftsministerin Eveline Lemke stellte zudem im Rahmen einer Pressekonferenz in Deidesheim den neuen Leitfaden „Auf dem Weg zum Barrierefreien Tourismus in Rheinland-Pfalz“ gemeinsam mit dem Landesbehindertenbeauftragten Ottmar Miles-Paul, dem Präsidenten des DEHOGA Rheinland-Pfalz, Gereon Haumann, und Achim Schloemer, Geschäftsführer der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH (RPT), vor. „Rheinland-Pfalz ist ein besonders gastfreundliches Reiseland. Deshalb engagiert sich das Land auch dafür, barrierefreie Angebote zu entwickeln. Auch Rollifahrer zum Beispiel sollen hier erlebnisreiche Ferien verbringen können. Für uns als Gastgeber ist es ein Gebot des Miteinanders, Menschen mit Behinderung eine möglichst uneingeschränkte Teilnahme am Urlaub zu ermöglichen“, betonte die Ministerin. „Wir haben eine Strategie für barrierefreien Tourismus in Rheinland-Pfalz entwickelt und wollen praxisnahe Unterstützung bei der Umsetzung geben.“ Der Leitfaden setzt um, was in der Tourismusstrategie 2015 des Landes festgehalten wurde: die Förderung, Vernetzung und Integration barrierefreier Urlaubsangebote. Zudem gibt es im Internet Informationen über barrierefreie Betriebe und Angebote in Rheinland-Pfalz. Lemke: „Barrierefreier Tourismus ist nicht nur für Menschen mit Handicaps wichtig, sondern auch für die Tourismusanbieter. Der Bedarf wird größer, es handelt sich um einen echten Wachstumsmarkt. Darauf sollen und wollen wir auch angesichts der demographischen Entwicklung reagieren.“

Die Ministerin erprobte auch den Mountainbikepark Pfälzerwald e.V. mit über 300 Kilometer Streckennetz. Treffpunkt war die Naturpark-Jugendherberge in Hochspeyer, die als Familien- und Jugendgästehaus dient. Sie liegt mitten im Naturpark Biosphärenreservat Pfälzerwald, nahe Johanniskreuz und damit mitten im Mountainbikepark. Lemke: „Mit der 2010 durch die Deutsche Initiative Mountainbike (DIMB) verliehenen 4-Sterne-Auszeichnung wurde diesem Park höchste Qualität attestiert. Die Auszeichnung berücksichtigt auch den Naturschutz und die Sozialverträglichkeit. Beides ist uns wichtig.“

Mit einem E-Bike erkundete die Wirtschaftsministerin Teile des Mosel-Radweges. Ohne Anstiege begleitet der Weg die Mosel meist in Ufernähe von Schloss Thorn bis nach Koblenz; er eignet sich, mit einigen Einschränkungen, auch für Kinder. „Hier radelt man durch historisches Land, vorbei an berühmten Weinlagen und in einer einmaligen Landschaft“, betont Ministerin Lemke. Sie verweist auf das Angebot für kombinierte Rad- und Bahntouren, die umweltfreundliches Reisen ermöglichen. Unterwegs legte sie einen Stopp in der BREVA Vinothek in Ernst ein.

Es folgte der Besuch im historischen Springiersbacherhof in Ediger Eller. Den Hof bewirtschaften Gabriele und Michael Borchert. Dazu gehören 2 Hektar Steillagen, Ferienwohnungen, Destille und Wein-Café. „Der Betrieb ist auch Mitglied bei Slow Food und hervorragende Produkte der Region werden angeboten.“

Die Reise führte dann weiter von der Mosel an den Rhein: Oberwesel hat von allen rheinischen Städten die am besten erhaltene und größte mittelalterliche Stadtmauer. Diese hatte einst eine Länge von mehr als 2,5 Kilometern und ist  zwischen 8 und 16 Metern hoch. Zusätzlichen Schutz boten 22 Türme, von denen noch 16 stehen. Der wiederhergestellte barocke Stadtmauergarten ist heute Teil der „Route der Welterbegärten“. Das Hotel, Restaurant und Weinhaus Weiler zählt zu den Welterbe-Gastgebern und liegt im Herzen der historischen Altstadt Oberwesels und schaut auf fast 500 Jahre bewegter Geschichte zurück. 2010 wurde das Weinhaus Weiler als „Gastgeber des Jahres“ ausgezeichnet. Die zehn liebevoll gestalteten Hotelzimmer verfügen über modernste Bäder und einen fantastischen Blick in die bezaubernde Natur des Weltkulturerbes Oberes Mittelrheintal. Die Turmwohnung auf drei Etagen gewährt einen Panoramablick über Oberwesel und das Mittelrheintal.

Im Arp-Museum in Remagen machte sich die Ministerin ein Bild vom Bahnhof Rolandseck, einem klassizistischen Juwel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, mit dem  lichtdurchfluteten weißen Neubau des Architekten Richard Meier, 1934 in New Jersey geboren und Meisterschüler von Le Corbusier. Im vergangenen Jahr waren über 62.000 Besucher dort. „Hier ist schon lange ein Treffpunkt für berühmte Künstler unterschiedlichster Sparten.“

Am letzten Tag der Sommerreise ging es erneut durch die Natur: Der Camping Park Weiherhof in Seck ist ein Eco-Campingpark und setzt auf Wandern und Wellness. Vom Campingpark ging es direkt zur Wanderung durch die Holzbachschlucht. Der Holzbach, ein Nebenbach des Elbbaches, hat sich hier seinen Weg tief in den Basalt gegraben, ehe er an Gemünden vorbei nach Hessen fließt. Die Schlucht ist rund einen Kilometer lang und bis zu 20 Meter tief. Herunter gebrochene Basaltblöcke und umgestürzte Bäume geben dem engen Tal einen wildbachartigen Charakter.

Auf der anschließenden Fahrrad-Tour führte über die neu ausgeschilderte Westerwaldschleife, über die gleichzeitig auch die Rheinland-Pfalz-Radroute verläuft. Lemke: „Die Rheinland-Pfalz Radroute ist ein Rundweg mit einer Länge von 1.040 Kilometern durch touristisch reizvolle Landschaften. Auf der Gesamtstrecke kommen 8.000 Höhenmeter zusammen, die gleichmäßig und fahrradverträglich fast über die ganze Strecke verteilt sind. Hier zu radeln ist absolut empfehlenswert.“

Ministerin Lemke: „Rheinland-Pfalz ist ein Genießerland. Die Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe und andere Leistungsträger, die Kommunen und die Rheinland-Pfälzer sind gastfreundlich, setzen auf Qualität und geben dem Gast das Gefühl, angekommen zu sein.“




Autor(in)

Stefanie Mittenzwei
Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau

Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau