3. Februar 2017

Rückblick: 10. Tourismuscamp #tcamp17

Am letzten Januar-Wochenende, 27.-29.01.17, fand das 10. Tourismuscamp in Ostfriesland statt. Insgesamt sieben Orte/Regionen hatten sich darauf beworben, das 10. Tourismuscamp auszurichten, entschieden wurde per Voting.
So trafen sich die 167 Touristiker, vornehmlich aus Deutschland, zum ersten Mal außerhalb von Eichstätt – bisher Heimat dieses Barcamps -, um in der Jade-Hochschule in Wilhemshaven über die verschiedensten Fragen und Themen zu diskutieren, die die Teilnehmer aus der Branche beschäftigt.

Im Rahmen des Barcamps werden jeweils drei Themenblöcke, sog. Sessions, parallel behandelt, so dass man sich zwischen den durchweg interessanten Themen entscheiden muss. Die Diskussionen der anderen Sessions sind über twitter (#tcamp17) mitzuverfolgen bzw. noch im Nachgang anzusehen: Jeweils eine Session wird aufgezeichnet.

Im Folgenden ein kleiner Überblick über einige der knapp 30 Sessions im Rahmen des 10. Tourismuscamp:

Mobiles Storytelling
Mit vielen Tipps und Hinweisen auf Apps für mobiles storytelling, wie z.B. Snapseed als Fotoeditor mit umfassenden Funktionen und Splice zum Editieren von Videos starte ich den ersten Barcamp-Tag. Gerade im Tourismus sind bewegte Bilder, welche Emotionen hervorrufen, ein immer wichtigeres Mittel, um die potentiellen Gäste zu inspirieren. Facebook testet aktuell die ersten Facebook-Stories, Vine hat sich verändert, indem die Vine-Community Mitte Januar abgeschaltet und die Vine-Camera gelauncht wurde.
Das Einbinden dieser Inhalte von Twitter & Co in die eigene Webseite geht über Social Walls wie z.B. Seejay, Walls.io und Tagboard. Auch über storify können Inhalte zum Einbinden in die eigenen Anwendungen kuratiert werden (vgl Storify Tourismusnetzwerk).
Per Cinemagraph kann man Standbilder entwickeln, die eine kleine, sich wiederholende Bewegung beinhalten, wie z.B. hier in diesem Gruppenfoto zum Tourismuscamp.

Destinationswebsite der Zukunft
Diesen Fragen stellte sich heute in der Session der Tourismusverband Fläming in der Diskussion mit den Barcampern: Brauchen Destinationen noch Webseiten? Wenn ja, mit welchen Inhalten, wie aufbereitet und für wen? Sind die Inhalte aus Gästesicht relevant oder dienen sie eventuell anderen Zielen aus innenmarketingtechnischen Gesichtspunkten?
Entwicklungen wie AMP (Accelerated Mobile Pages) oder facebook instant articles versprechen sehr viel schnellere Ladezeiten und mehr Zugriffe. Die Artikel des Tourismusnetzwerks Rheinland-Pfalz wurden bereits im letzten Jahr als AMP programmiert: Beispiel Tourismusnetzwerk-Artikel.
Es wird diskutiert, dass der Fokus der Destinationen auf dem Vorhalten der relevanten Inhalte liegen sollte, ähnlich eines “Datencontainers”, der über Schnittstellen die Inhalte entsprechend distribuiert, so dass der potentielle Gast die Informationen dort abrufen kann, wo er sich befindet. Weniger das Frontend dieses “Datencontainers” (der auch die eigene Webseite sein könnte) ist wesentlich, sondern die Qualität und Relevanz der Inhalte.

Destinationsmarken
Ein neues Tourismuskonzept für die kommenden Jahre hat Wolfenbüttel für sich angestoßen. Neben Fragen zur Digitalisierung und neuen strategischen Geschäftsfeldern wurde auch die Marke “Lessingstadt Wolfenbüttel” thematisiert. Ziel ist es, ihre Zielgruppe, die sie bereits definiert haben – ähnlich unserer fünf Zielgruppen – mit dem richtigen Produkt und den passenden Angeboten zu begeistern. Um dieses erreichen zu können, setzt Wolfenbüttel einen Markenprozess unter Einbindung der touristischen Akteure, der Verwaltung, Vereine sowie der Region etc. gerade um, um hierauf die nächsten Schritte in Richtung Produktentwicklung und (Außen)Auftritt aufbauen zu können.

A Day in 2030
Es bedarf schon einiger Vorstellungskraft gerade vor dem Hintergrund der raschen technischen (Weiter)Entwicklungen: wie sieht ein Tag in 2030 von uns aus?
Wird es ein Grundeinkommen für alle geben? Was sind die Konsequenzen hieraus und aus der technologischen Entwicklung für Freizeit und Tourismus? Welche Werte, Ziele, Bedürfnisse werden wir haben?
Catharina Fischer und Johannes Böhm haben sich mal gewagt, ihren Tag in 2030 zu beschreiben.

Digitale Marktforschung
Gerade vor dem Hintergrund des landesweiten Zielgruppenprozesses in Rheinland-Pfalz ein spannendes Feld: wie können wir auch die Digitalisierung zukünftig nutzen, um mehr über unsere Zielgruppen zu erfahren, ihre Entwicklungen und Veränderungen in ihren Werten, ihrem Reiseverhalten etc. monitoren und diese frühzeitig erkennen, um Produkt/Angebot, Marketing anpassen zu können? Welche Methoden könnten entwickelt werden, die die Wertschöpfung, welche unsere Zielgruppen in die Regionen bringt, einfacher erheben und darstellen lässt? Und somit auch als zuverlässiger Indikator dient – und nicht nur Gäste- und Übernachtungszahlen herangezogen werden, sondern verstärkt und regelmäßig auch Kaufkraft, Wirtschaftskraft, Arbeitsplätze.
Antworten auf meine Fragen oben habe ich noch keine. Diskutiert haben wir Methoden wie den Einsatz von Eye-Tracking-Brillen, Hautleitwiderstandsmessungen, Experience Monitor, ServiceDesign-Apps wie Experience Fellow oder GPS Logger zur Erfassung aktionsräumlichen Verhaltens.

Hier weitere aufgezeichnete Sessions und deren Themen:

  1. Smart Destination
  2. #Kartengedöns
  3. Messenger Marketing
  4. Video Creation Sell Destination

 

Ort und Termin des 11. Tourismuscamp stehen noch nicht fest. Die Bewerbungsphase hierzu wird Tourismuszukunft asap einläuten.

An dieser Stelle ein ganz großes DANKESCHÖN an Ostfriesland Tourismus für die Bewerbungsidee und die tolle Umsetzung und Organisation des #tcamp17 sowie an alle Partner und Sponsoren in/rund um Wilhelmshaven.

 

Gerne möchten wir die Diskussionen und den Austausch mit unseren rheinland-pfälzischen Partnern weiterführen bzw. neue/andere Themen, die Sie beschäftigen, aufwerfen und diskutieren. Hierzu laden wir Sie herzlich zur Teilnahme am 4. Barcamp Tourismusnetzwerk Rheinland-Pfalz #bctn17 am 27. & 28. April 2017 in Boppard ein. Es sind noch einige Plätze frei, eine Kategorie ist schon ausverkauft. Hier geht’s direkt zur Anmeldung.

 

Alle Informationen zum Barcamp Tourismusnetzwerk Rheinland-Pfalz unter www.barcamp.tourismusnetzwerk.info




Kommentare




  1. Mike Mohr sagt:

    Danke Anja für Deine Zusammenfassung der Themen des tcamp17 & ich freue mich auf interessante Diskussionen am bctn17 Ende April,

    1. Schön, dass Ihr wieder mit dabei seid zum 4. Barcamp Tourismusnetzwerk, Mike! Bin gespannt, welche Themen wir aufgreifen und konstruktriv diskutieren/weiterbringen können. Freu mich drauf.

  2. Claus Berthold sagt:

    Danke für die Zusammenfassung. Ja es war ein wirklich bemerkenswertes BarCamp. Viele spannende Diskussionen in lockerer Runde.

    Beim RLP BarCamp sitze ich in HH und winke rüber, freue mich dann darauf davon zu lesen.

    1. Hallo Claus,
      danke für das Feedback.
      Wir werden uns in HH zum #dchh17 dann sehen und ich werde direkt vom Barcamp Tourismusnetzwerk RLP berichten können.
      Viele Grüße, Anja

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Anja Wendling
Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH

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