30. Juni 2015

Drei Pfälzer Regionen sind Sieger beim Wettbewerb “Tourismus für Alle”

Wirtschaftsministerin Eveline Lemke hat fünf Regionen als Sieger der ersten Runde des landesweiten Wettbewerbs „Tourismus für Alle“ zur Entwicklung von barrierefreien Modellregionen ausgezeichnet. „Urlauber, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, sind eine wichtige Zielgruppe im Tourismus-Sektor, die wir willkommen heißen möchten. Insbesondere Senioren reisen viel und gerne und bevorzugt innerhalb Deutschlands. Und natürlich kommen barrierefreie Angebote vielen Menschen zugute: Eltern, die mit dem Kinderwagen unterwegs sind, freuen sich genauso darüber wie in ihrer Aktivität eingeschränkte Personen“, sagte die Ministerin bei der Preisverleihung in Mainz.

Die Sieger-Regionen „Ahrtal“, „Landkreis Bad Dürkheim und Neustadt a.d.W.“, „Pfälzer Bergland“, „Südliche Weinstraße“ und „Vulkaneifel“ wurden durch eine unabhängige Fachjury ermittelt. „Wir freuen uns über die vielen interessanten Ideen und Konzepte zur Förderung der Barrierefreiheit in Rheinland-Pfalz, die uns erreicht haben“, sagte Lemke. Insgesamt hatten sich 14 Regionen am Wettbewerb beteiligt. „Nach mehrstündiger intensiver Diskussion gab es zum Schluss ein wahres Kopf-an-Kopf-Rennen um die ersten Plätze“, so Jury-Sprecher Prof. Dr. Marcus Herntrei.

Die Bewerber sollten sich zu Modellregionen zusammenschließen und touristische Gesamtkonzepte einreichen, welche entlang der Servicekette touristische Betriebe und Angebote für den barrierefreien Tourismus erschließen und miteinander vernetzen. Alle Wettbewerbsbeiträge wurden anhand von Bewertungskriterien wie beispielsweise Qualitätsanspruch des eingereichten Konzepts im Sinne des barrierefreien „Tourismus für Alle“, Vernetzung und Zusammenarbeit der Akteure, Umsetzungsorientierung, Impulswirkung, Innovationsgrad und Ausgangslage bewertet.

Die Siegerregionen haben nun die Möglichkeit, für ihre Konzepte Fördermittel zu beantragen im Rahmen der EFRE-Förderperiode 2014 bis 2020 für öffentliche touristische Infrastruktur-Vorhaben sowie für Investitionsvorhaben in Beherbergungs-, Gastronomie- und Campingbetrieben. Alle Teilnehmer erhalten zudem ein individuelles fachliches Feedback zu ihrem jeweiligen Wettbewerbsbeitrag.

 

Das Pfälzer Bergland:

Bei dem Wettbewerbsbeitrag der Modellregion Pfälzer Bergland, die sich aus den Verbandsgemeinden Bad Sobernheim, Meisenheim, Lauterecken-Wolfstein, Altenglan und Kusel zusammensetzt, handelt es sich um ein aufwändiges und detailliertes Konzept, das durch seine hohe Umsetzungsorientierung überzeugt. Aufbauend auf der bereits sehr guten Ausgangslage im barrierefreien Tourismus wurden Maßnahmen identifiziert, um gezielt noch bestehende Lücken zu schließen und somit die Barrierefreiheit in der Modellregion (weiterhin) zu fördern. Bestehende Kristallisationspunkte sollen durch neu zu schaffende Angebote noch besser als bisher miteinander vernetzt und um neue barrierefreie Attraktionen erweitert werden. Beispiele sind Maßnahmen zur Verbesserung der Zugänglichkeit vorhandener Freizeit- und Kultureinrichtungen (Burg Lichtenberg, Wildpark Potzberg, Schloss Veldenz Lauterecken), ein barrierefreier Radweg sowie tastbare Informationselemente und Hörstationen an Wanderwegen und in Kultureinrichtungen. Die geplanten Maßnahmen sollen allen Gästegruppen einen Mehrwert bieten, auf stigmatisierende Sonderlösungen wird dabei bewusst verzichtet.

Gefördert werden im Rahmen des Konzeptes sowohl öffentliche Infrastrukturmaßnahmen, die dem barrierefreien Tourismus dienen, als auch Maßnahmen von Leistungsträgern aus der Gastronomie, Hotellerie, Ferienwohnungsanbieter und Campingplätzen sowie Freizeiteinrichtungen. Sobald die genauen Förderrichtlinien vorliegen, wird das Tourismusbüro Pfälzer Bergland Informationsveranstaltungen für die Leistungsträger im Tourismus anbieten.

Interessierte Gemeinden und Anbieter können sich gerne bereits jetzt beim Tourismusbüro Pfälzer Bergland, Frau Bingeser (Tel: 06381 424 272; julia.bingeser@kv-kus.de) melden.

 

Der Landkreis Bad Dürkheim mit Neustadt / Weinstraße:

„Deidesheim ist für uns ein Kristallisationspunkt des barrierefreien Tourismus, von wo ausgehend wir diesen Gedanken in die weitere Region tragen möchten“, erklärte Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld im Nachgang der Preisverleihung. „Deidesheim hat im Bereich Barrierefreiheit schon viele Jahre Erfahrung. Als cittaslow, mit dem Erlebnisgarten für alle, der Bewusstseinswerkstatt im Hotel Ritter von Böhl sowie weiteren Angeboten. Die Stadt ist sensibilisiert für barrierefreien Tourismus und wir wünschen uns, dass sich diese Idee überträgt.“ Schrittweise solle das Konzept auf den gesamten Landkreis und Neustadt ausgeweitet werden. Daher sei es naheliegend gewesen, am Wettbewerb teilzunehmen und besonders erfreulich, einer der ausgewählten Gewinner zu sein.

Ein wichtiger Punkt im Dürkheimer Konzept ist ein geplanter Wein-Natur-Erlebnistrail: Von Bad Dürkheim über Wachenheim, Haßloch und Neustadt sollen auf einem Rundweg oder auf einer Etappen-Strecke verschiedene barrierefreie Angebote vernetzt werden. So könnten eine (Blind-)Weinprobe, Verleihstationen für Handbikes, barrierefreie Weingüter, Behindertentoiletten, spezielle Führungen und Geocaching-Touren eingebunden werden. Der Wein-Natur-Erlebnistrail ist nur ein Punkt von vielen in dem Ideenpapier, das den Gewinn des Wettbewerbs sicherte. Aufbauend auf dem vorhanden Angebot von barrierefreien Touristinfos und Weinerlebnissen, den Campingplätzen mit ihren PfalzAktiv-Freizeitanlagen oder den beiden großen Freizeitparks, die ebenfalls auf Behinderte eingehen, möchte der Landkreis einen durchgängig barrierefreien Tourismus etablieren. „Ziel ist es, eine komplett barrierefreie Servicekette zu bieten. Angefangen von der Buchung einer Unterkunft, über die Anreise, den öffentlichen Nahverkehr vor Ort, die Gastronomie und so weiter.“ Um dies möglich zu machen, übernehmen der Landkreis Bad Dürkheim und die Stadt Neustadt die Koordination, damit bestehende Angebote besser vernetzt und neue etabliert werden können. Und, um diese dann einheitlich als Gesamtangebot bekannt zu machen. „Wir wissen, dass Touristen ein Baukastensystem wollen. Sie wollen sich ihren Urlaub individuell zusammenstellen. Diese Bausteine, welche barrierefreien Angebote es gibt, wollen wir ihnen aufzeigen.“ Das Spezialwissen für diese Beratung sei in den Touristinfos auszuweiten. Unterstützung finden der Kreis Bad Dürkheim und die Stadt Neustadt beim Tourismusverein Deutsche Weinstrasse-Mittelhaardt e.V.

 

Die Südliche Weinstraße:

An der Südlichen Weinstraße wurde unter der Regie des Büros für Tourismus Landau-Land eine gemeinsame Bewerbung der Stadt Landau, der Verbandsgemeinden Annweiler, Bad Bergzabern, Edenkoben (mit Maikammer), Herxheim, Landau-Land und Offenbach in Kooperation mit dem Südliche Weinstrasse e.V. eingereicht. Die Fachjury urteilte wie folgt:

Auf Basis einer umfassenden Untersuchung der Ausgangssituation in der Modellregion Südliche Weinstraße wurden im Wettbewerbsbeitrag konkrete Maßnahmen für eine Optimierung der Barrierefreiheit sowie der Vernetzung und der Kommunikation barrierefreier Angebote entlang der kompletten touristischen Servicekette entwickelt. Dabei wurde eine Vielzahl von Einrichtungen identifiziert, die bereits über das Potenzial verfügen, sich als barrierefreier Tourismusbetrieb zertifizieren zu lassen. Dies verdeutlicht den hohen Qualitätsanspruch und auch die Umsetzungsorientierung des Konzeptes. Darüber hinaus wird die Umsetzungsplanung auch aufgrund der Identifikation von möglichen Kooperationspartnern sowie der Benennung der konkreten Maßnahmenträger und auch der Kofinanzierer als sehr positiv bewertet. Durch eine Konzentration auf Maßnahmen, die den Leitthemen der landesweiten Tourismusstrategie entsprechen und für die barrierefreie Tourismusangebote entwickelt und vermarktet werden sollen, wird die Impulswirkung des Konzeptes als hoch erwartet.




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