16. Juli 2014

Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Wirtschafts- und Tourismusministerin Eveline Lemke und Umweltministerin Ulrike Höfken haben heute gemeinsam die Studie „Potenziale für eine Tourismusentwicklung und deren regional-ökonomische Effekte eines potenziellen Nationalparks“ des Alpenforschungsinstituts (AFI) der Hochschule München, Fakultät für Tourismus, vorgestellt.

Geffellde Klees, Grombierewurschd oder Schwenkspießbraten: In der Nationalparkregion können Besucher inmitten wunderschöner Buchenwälder das Heimatgefühl von Edgar Reitz „Heimat“ nacherleben. Hunsrückhaus, Wildenburg, Keltischer Ringwall und Saar-Hunsrück-Steig, dies sind einige Beispiele für touristische Highlights, die in der Nationalparkregion heute schon vorhanden sind. Wie kann man diese Highlights in Verbindung mit dem Nationalpark stärken? Wie kann die heimische Bevölkerung davon profitieren? Diesen Fragen hat sich das Gutachten des Alpenforschungsinstituts gewidmet.

„Das Gutachten zum touristischen Potenzial liefert erstmalig eine ausführliche Bestandsaufnahme der Situation vor Ort“, so Ministerin Eveline Lemke. „In Gastronomie und Hotellerie, in den Dörfern oder bei der Infrastruktur: Es wird deutlich, für alle Akteure in der Region ist noch viel zu tun, um den Tourismus zu beleben.“ Der Nationalpark könne ein Impulsgeber für den Tourismus werden, zitieren die Ministerinnen die Studie.

Umweltministerin Ulrike Höfken erklärte: „Die Studie zeigt auch, dass der Tourismus mit den Menschen vor Ort und mit der regionalen Entwicklung – etwa der Dorfbilder oder der Mobilität – voran kommen kann. Das bestätigt den Weg, den wir mit unserem Landeskonzept bereits eingeschlagen haben und der in der Region bereits angegangen wird, zum Beispiel mit dem Projekt „Gut verNETZt – Servicequalität“ in Birkenfeld mit der Rheinland-Pfalz-Tourismus GmbH und dem Hotel und Gaststättenverband Dehoga.“

Das Gutachten formuliere unter anderem Handlungsempfehlungen auf dem Weg zu einer nachhaltigen, ganzheitlichen touristischen Entwicklung. „Diese können Kommunen und touristische Leistungsträger aufgreifen, um ihre Einnahmen, ihre regionale Wertschöpfung zu erhöhen“, stellten Lemke und Höfken klar. Die Landesregierung wolle diese dabei im Rahmen ihrer Möglichkeiten beraten und unterstützen, zum Beispiel durch die Entwicklung regionaler Speisekarten, einer Mobilitätsstudie und der Veränderung von Dorfbildern.

Laut Gutachten können nach zehn Jahren Entwicklung der Region durch den Nationalpark 110.000 Übernachtungen, 240.000 Tagesbesucher und etwa 200-240 zusätzliche Arbeitsplätze in die Region gezogen werden. „Wie hoch die regionalen Wertschöpfungseffekte tatsächlich ausfallen, das hängt maßgeblich davon ab, wie weit die Akteure die regionalen Wirtschaftskreisläufe insgesamt optimieren“, so Professor Thomas Bausch, einer der Gutachter des AFI.

Lemke und Höfken abschließend: „Der langfristige Erfolg, gerade im Tourismus, wird dann eintreten, wenn der Nationalpark durch die regionalen Akteure mit Leben gefüllt wird.“

Das Gutachten finden Sie online zum Download unter www.mwkel.rlp.de/Wirtschaft/Tourismus/Nationalpark-Hunsrueck-Hochwald/

Verwendung des Bildes bitte mit Angabe folgender Quelle: Gerhard Hänsel

Verantwortlich (i.S.d.P.)

Ruth Boekle
Pressesprecherin Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz,
Energie und Landesplanung
Tel. 06131/16-2549

Stefanie Lotz
Pressesprecherin Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft,
Ernährung, Weinbau und Forsten
Tel. 06131/16-4416

 

 

 




Kommentare




  1. Monika Kauth sagt:

    Zu der großen Nationalpark Diskussion möchte ich folgendes sagen:

    Wenn Gutachten stimmen würden, hatten wir jetzt einen boomenden Nürburgring.
    Also sollten wir nicht alles glauben, was die Gutachter sagen.
    Das Problem ist sicherlich, dass es im Hunsrück keine touristische Infrastruktur gibt, wie etwa im Nationalpark in der Nordeifel. Dort war auch schon vorher reichlich Tourismus ( Rurtalsperre, Monschau, Hellental) und die Burg Vogelsang ist sicher auch ein Magnet. Das Einzugsgebiet aus den nahen Ballungszentren in NRW ist ein weiterer Pluspunkt, den der Hunsrück nicht aufweisen kann.
    RLP kann also nur punkten, wenn es ganz andere Schwerpunkte aufweisen kann. Dazu würde ich nicht in Nobelgastronomie investieren, gibt eh zu viele davon und die Bürger des Landes werden nicht reicher, weil gerade der Mittelstand die Gruppe ist, die seit Jahren keine Einkommensverbesserungen hat.
    Was Not tut, sind Familienunterkünfte, robust und niedrigpreisig.
    Ich sehe sehr große Chancen in Naturevents für Kinder, die Erwachsenen haben etwas Zeit für sich, die Kinder sind gut aufgehoben und lernen etwas über die Natur.
    Die Center- und Sunparks erfreuen sich nur deshalb des Zulaufs der Familien
    und kleine Betriebe können das aber nicht leisten, die Kosten für Kinderbetreuung wären zu hoch.
    Bevor man aber wieder Großunterkünfte baut, sollte man die
    Chancen für die kleinen Betriebe suchen. In jedem Dorf gibt es leerstehende Scheunen, warum nicht “Urlaub in der Scheune” zu niedrigem Preis anbieten. In den Scheunen kann man transparente Schlafkabinen aufstellen und einen Nassbereich wie auf dem Campingplatz errichten. Im Hof könnte ein Grillplatz sein, die Städter suchen so was.

    Ich habe mal im Urlaub in einem Fass geschlafen,denke heute noch daran.

    Wir Deutschen mögen originelle Unterkünfte, der Komfort der Camper ist auch gering, aber sehr beliebt. Tausende deutscher Wohlstandsbürger laufen den Jakobsweg und schlafen in Herbergen auf schmalen Schlafstellen mit 50 Personen in einem Raum und waschen sich morgens unter dem Wasserschlauch im Hof.
    Die Liebhaber des High Trekking schafen in Hütten, durch die die Ratten laufen und bekommen ihr Wasser aus Ziegenfellschläuchen, dafür bezahlen sie einen Kleinwagenpreis.
    Was also spricht gegen eine rustikale, billige, familienfreundliche Aufmachung des etwas anderen Nationalparks.
    Wer die richtigen Lücken sucht, der hat große Chancen Erfolg zu haben.

    Mit Freundlichen Grüßen

    Monika Kauth

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Edith Christmann
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