24. Juni 2014

Leitfaden: Gute Gastgeber für Allergiker

Jeder vierte Deutsche leidet an einer Allergie – Tendenz steigend! Ein Leitfaden soll Hoteliers und Gastronomen für das Thema Allergie sensibilisieren. DEHOGA und DAAB haben diesen Leitfaden entwickelt, der Gastgeber in Gastronomie und Hotellerie über den Umgang mit Allergenen informiert. Der Leitfaden zeigt Problemfelder bei der Bewirtung oder Beherbergung von Allergikern auf und gibt praxisnahe Empfehlungen für Gastgeber.

Allergien sind Volkskrankheiten

In Deutschland leiden 20 Mio. Menschen an einer Allergie. Nach Schätzungen der European Academy of Allergy and clinical Immunology (EAACI) könnte schon in 15 Jahren jeder zweite Europäer eine allergische Erkrankung haben.

„Allergien werden heutzutage wegen der Häufigkeit ihres Auftretens und ihrer ho­hen sozioökonomischen Bedeutung für die Betroffenen und das Gesundheits­system zu Recht als „Volkskrankheit“ be­zeichnet“. – Ring J., Bachert C., Bauer C.-P., Czech W. (Hrsg.) (2010): Weißbuch Allergie in Deutschland. Urban & Vogel, München.

‘Den einen Allergiker’ gibt es dabei nicht. Folgende Grafik zeigt einige der häufigsten allergischen Erkrankungen.

Abb.: Lebenszeitprävalenz von Asthma bronchiale, anderen atopischen und allergischen Erkrankungen

Quelle: Langen, U., Schmitz, R. und H. Steppuhn (2013): Häufigkeit allergischer Erkrankungen in Deutschland. Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1). Springer-Verlag (Hrsg.): Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz. Volume 56, 5-6. Berlin, 698-706.

Heuschnupfen ist die Häufigste Form der Allergie. Bei 14,8 % der Befragten wurde die ärztliche Diagnose Heuschnupfen gestellt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS) vom Robert Koch-Institut. Bei insgesamt 30 % der Befragten wurde mindestens eine der genannten allergischen Erkrankungen durch einen Arzt diagnostiziert.

 

Vor allem junge Menschen sind betroffen

In der Studie (DEGS) sind nur Erwachsene, also Personen im Alter von über 18 Jahren erfasst. In der folgenden Abbildung sind die häufigsten allergischen Erkrankungen in Abhängigkeit vom Alter der betroffenen dargestellt:

Abb.: Lebenszeitprävalenz mindestens einer allergischen Erkrankung in Abhängigkeit vom Alter

Quelle: Langen, U., Schmitz, R. und H. Steppuhn (2013): Häufigkeit allergischer Erkrankungen in Deutschland. Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1). Springer-Verlag (Hrsg.): Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz. Volume 56, 5-6. Berlin, 698-706.

Es leiden mehr junge als alte Menschen an allergischen Erkrankungen . Bei jedem dritten Mensch im Alter zwischen 18 und 49 wurde mindestens eine allergische Erkrankung diagnostiziert. Die Altersgruppe zwischen 30 und 39 Jahren ist am stärksten betroffen. Auch die Gruppe der 18-29 jährigen ist mit 32,6% überdurchschnittlich stark betroffen. Bei der ältesten befragten Altersgruppe, zwischen 70 und 79 Jahren, ist mit 20,6 %  am seltensten eine Allergie diagnostiziert worden. Besonders bei jungen Menschen werden immer öfter Allergien diagnostiziert. Laut EAACI hat sich die Prävalenz der 0-5 jährigen Allergiker in Europa in den letzten zehn Jahren verdoppelt.

Der Leitfaden

Aufgrund der vielen unterschiedlichen Krankheitsbilder und daraus resultierender Bedürfnisse gibt es kein Patentrezept für Hoteliers und Gastronomen. Der Leitfaden soll jedoch mit praktischen Tipps und Informationen dazu beitragen, dass der Aufenthalt für Gäste mit Allergien so angenehm wie möglich wird. Um den unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden teilt sich der Leitfaden in zwei Abschnitte ein. Ein erster Teil richtet sich an gute Gastgeber für Lebensmittelallergiker, der zweite Teil an Gastgeber von Pollen- und Innenraumallergikern. Am Ende jedes Abschnitts befindet sich eine Checkliste die es den Gastgeber erleichtert die erforderlichen Maßnahmen zu erkennen und umzusetzen.

Weitere Informationen zum Leitfaden finden Sie auf der Website des Deutsche Hotel- und Gaststättenverband e. V.. Den Leitfaden: “Gute Gastgeber für Allergiker” als Broschüre oder im PDF Format können Sie im DEHOGA Shop bestellen. Für DEHOGA Mitglieder ist die Broschüre kostenfrei.

“Ein Handbuch, das in keinem Betrieb fehlen sollte – damit ein Restaurantbesuch oder ein Hotelaufenthalt auch für Gäste mit Allergien Freude und Genuss ist!”

Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e.V. (o.j.): Broschüre “Gute Gastgeber für Allergiker”. Internet: http://www.dehoga-bundesverband.de/publikationen/gute-gastgeber-fuer-allergiker/ (23.06.2014).

 

Quellen:

1. Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e.V. (o.j.): Broschüre “Gute Gastgeber für Allergiker”. Internet: http://www.dehoga-bundesverband.de/publikationen/gute-gastgeber-fuer-allergiker/ (23.06.2014).

2. Langen, U., Schmitz, R. und H. Steppuhn (2013): Häufigkeit allergischer Erkrankungen in Deutschland. Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1). Springer-Verlag (Hrsg.): Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz. Volume 56, 5-6. Berlin, 698-706.

3. Ring J., Bachert C., Bauer C.-P., Czech W. (Hrsg.) (2010): Weißbuch Allergie in Deutschland. Urban & Vogel, München.

4. European Academy of Allergy and Clinical Immunology (2011): EAACI: 17 million Europeans allergic to food; allergies in children doubled in the last 10 years. Internet: http://www.reuters.com/article/2011/02/17/idUS124970+17-Feb-2011+HUG20110217 (23.06.2014).




Kommentare




  1. Und auch diese Pressemitteilung aus der letzten Woche greift das Thema auf:

    Gute Nachrichten für Allergiker: Die deutschen Heilbäder und Kurorte können sich künftig als allergikerfreundliche Kommune zertifizieren lassen. Die strategische und exklusive Kooperation zwischen dem Deutschen Heilbäderverband e.V. (DHV) und der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) hat das gemeinsame Ziel, die ECARF-Initiative zur Zertifizierung allergikerfreundlicher Kommunen in Deutschland durch die große Expertise des DHV zu verstärken und in Partnerschaft mit diesem fortzuführen und auszubauen. Dadurch sollen die Urlaubsmöglichkeiten von Allergikern und ihren Mitreisenden verbessert werden.

    Weiterführende Informationen: http://www.deutscher-heilbaederverband.de und http://www.ecarf.org

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Autor(in)

Jeanette Dornbusch
Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH

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