8. November 2013

Final Countdown für SEPA: Es ist zehn vor zwölf!

Am 1. Februar 2014 ist es so weit: Ab diesem Stichtag werden nationale Überweisungen und Lastschriften europaweit auf ein einheitliches Verfahren umgestellt. In dem so geschaffenen Europäischen Zahlungsverkehrsraum soll der grenzüberschreitende, bargeldlose Verkehr genauso reibungslos geschehen wie im Inland. Doch sind die Betroffenen – Bürger, Unternehmen und die öffentliche Verwaltung – dafür auch gerüstet?

Nur noch mit IBAN europaweit agieren
Mit der Umstellung erhält jeder Kunde von seiner Bank eine europaweit standardisierte Banknummer, die IBAN, deren Länge von Land zu Land variiert. Sie kann maximal 34 Stellen umfassen – in Deutschland besteht sie aus 22 Zeichen. Sie setzt sich aus der Länderkennzeichnung DE, einer Prüfziffer mit zwei Stellen, der bisherigen Bankleitzahl und der alten Kontonummer zusammen. Künftig kann so der Zahlungsverkehr im gesamten Euroraum und den assoziierten Ländern über ein Konto bei einem beliebigen Zahlungsdienstleister abgewickelt werden. Zudem soll SEPA den grenzüberschreitenden Lastschrifteinzug ermöglichen und Überweisungslaufzeiten verkürzen.

Erster Schritt: Hausbank kontaktieren
Vielfach wird SEPA nur mit dem grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr in Verbindung gebracht, der nicht für alle Unternehmen eine Rolle spielt. Künftig sind aber auch Überweisungen im Inland nach SEPA-Standards zu handhaben. Gelingt den Unternehmen die Umstellung nicht rechtzeitig, können Zahlungsflüsse zum Erliegen kommen: Rechnungen werden nicht beglichen, Gehälter nicht gezahlt und die Krankenkassen bekommen keine Beiträge mehr. Daher sollten Unternehmen rechtzeitig Kontakt mit ihrer Hausbank aufnehmen, um die Umstellung vorzubereiten.

Zweiter Schritt: Gläubiger-Identifikationsnummer und SEPA-Mandat einholen
Unternehmen (aber beispielsweise auch Vereine), die bisher per Lastschrift Geld einziehen, benötigen für künftige Lastschriften eine Gläubiger-Identifikationsnummer. Diese kann über das Internet bei der Deutschen Bundesbank beantragt werden. Zudem ist – gewissermaßen als Ersatz für die bisherige Einzugsermächtigung – ein neues unterschriebenes SEPA-Mandat jedes Zahlenden erforderlich, das aktiv eingeholt werden muss. Hinzu kommt, dass spätestens 14 Tage vor Fälligkeit – außer anders vereinbart – der Kunde beziehungsweise das Mitglied über die Abbuchung zu informieren ist.

Dritter Schritt: Anpassung der Geschäfte an SEPA
Die Umstellung kann nur gelingen, wenn auch der interne Zahlungsverkehr und die Buchhaltung SEPA-fit gemacht werden. Nicht nur muss die IBAN der Geschäftspartner eingeholt werden, sondern SEPA-Mandate sind laufend zu verwalten und Kunden über Fälligkeitsdaten und Beträge immer wieder zu informieren. Anpassungen bei der IT und Software sind notwendig. Die Unternehmen sollten den erforderlichen Aufwand nicht unterschätzen und jetzt handeln. Aber auch die Politik ist gefragt, Unternehmen und Bürger über die Umstellungen zu informieren. Wie entscheidend rechtzeitige Kommunikation bei politischen Projekten ist, hat beispielsweise die Einführung des Biokraftstoffes E10 gezeigt. Akzeptanz bei den Verbrauchern verhindert Verzögerungen bei der Zahlungsabwicklung. Gerade viele kleine und mittlere Unternehmen sind von pünktlichen Überweisungen abhängig.

Nähere konkrete Informationen finden Sie zum Download auf der Internetseite der IHK Trier.




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Andrea Frede
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